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Lebensberatung

Haben Sie Mut

Ein Beitrag von Angelo

In den vielen Beratungen als Lebensberater habe ich natürlich viele Erfahrungen gemacht, von denen ich mal eine beschreiben möchte, um anderen Menschen, die vielleicht selbst einmal in einer solchen Situation gewesen sind, Mut zu machen, sich selbst die Treue zu halten und in den seltsamsten Umständen auch noch Humor zu behalten.

Es handelt sich hier um einen lieben etwas "flippigen" Menschen, der sehr aussergewöhnlich war und seiner Zeit weit voraus war. Dieser erzählte mir, dass er sich immer heimlich in Universitätsbibliotheken geschlichen hat, um seinem "Erzkonservativen" Umfeld zu entkommen.


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Foto: © Art Stocker @ shutterstock


Ausserdem hat ihm eh keiner eine Chance gegeben, weil er kein Studium hatte und um über Wasser zu bleiben, arbeitete er als Gelegenheitsarbeiter in einer Brauerei oder Kneipe.

Da hatte er zwar sein Auskommen, doch er fühlte sich in seinem Tätigkeitsbereich nicht wohl und seine Kollegen verhielten sich auch nicht kollegial. Seine Familie war auch ständig zerstritten, sodass er eines Tages beschloss, auszuwandern. Er brach von heute auf morgen alle seine Zelte ab und reiste nach Indien. Dort jobbte er in Goa in Touristengebieten als Kellner, gleichzeitig malte er Bilder und verkaufte diese, manchmal töpferte er auch und verkaufte seine Arbeiten. Er lebte eher in so einer Art "Hütte" ohne grossartigen Komfort, trotzdem fand er das alles super, neue Eindrücke, andere Kultur und ein wesentlich interessanteres Leben, wo man mit weniger Geld, mit wesentlich netteren und interessanteren Menschen leben kann.

Da sein Hobby Esoterik war, legte er auch die Karten und lernte dort bei einem Yogi Meditationen kennen und hob nun langsam in "höhere" Sphären ab. Er fand alles und jeden toll und vertraute auch jedem. Eines Tages lernte er eine Gruppe von ganz schrägen "Vögeln" kennen, die ebenfalls meditierten und "rauchten" sowie "interessante" Geschäfte machten, die sich angeblich auch mit karitativen Tätigkeiten beschäftigten.

Mein Ratsuchender war vollkommen hingerissen von seinem neuen Leben.

Eines Tages bekam er einen wirklich tollen Auftrag von einem Dorfbewohner, der auf seiner Terrasse eine grosse Amphore getöpfert haben wollte. Mein Ratsuchender begab sich also zu diesen, um vor Ort mit der Töpferarbeit zu beginnen. Nach einigen Stunden wurde es ihm zu heiss und er suchte nach einem schattigen Plätzchen. Da stand ganz romantisch eine wunderschöne Palme und er fand dann auch noch ein paar abgefallene Palmblätter, die er dann als Unterlage benutzte. Weil dies nun wirklich sehr einladend war, dachte er sich, dass er mal ein kleines "Päuschen" macht und sich hinlegte und einschlief.

Er wachte im Krankenhaus wieder auf, wusste nicht mehr, wer er ist und konnte sich an nichts mehr erinnern. Einen dicken Verband auf dem Kopf sowie ein dickes geschwollenes blaues Auge. Die Ärzte sagten ihm, dass ihm im Schlaf eine Kokosnuss auf dem Kopf gefallen war und seine Auftraggeber ihn in das Krankenhaus gebracht haben.

Er konnte sich nicht an seinen Namen erinnern, er hatte eine schlimme Gehirnerschütterung. Nach ein paar Tagen im Krankenhaus ging es ihm körperlich schon wieder viel besser, aber seinen Namen wusste er nur durch die Angaben seiner Auftraggeber, auch von seinem vorherigen Leben hatte er alles vergessen. Er zermarterte sich das Gehirn, weil er sich unbedingt erinnern wollte und war meistens kraftlos und müde. Eines Tages fühlte er sich ganz gut und hatte Lust auf die Veranda im Krankenhaus zu gehen. Dort lag so ein wunderschönes Kissen, sodass er überlegte, sich ein bisschen auf die Bank zu legen.

Er schlief sofort ein und wurde ziemlich unsanft geweckt.

Zwei Soldaten hielten ihm zwei Gewehre auf den Bauch und brüllten ihn an. Krankenschwester und Ärzte kamen hinzu und erklärten, dass mein Ratsuchender ein Klient ist, der vor ein paar Tagen mit einer starken Kopfverletzung und Gehirnerschütterung eingeliefert worden ist. Mein Ratsuchender brach in brüllendes Gelächter aus und wusste auf einmal wieder, wer er ist. Die Soldaten gaben ihm seinen Pass, daraufhin musste er schon wieder so lachen, dass ihm schon die Tränen liefen. Die Ärzte sagten, dies wäre aufgrund seines Unfalls.

Die Soldaten forderten meinen Ratsuchenden auf, mit ihnen zu gehen, weil man ihn verhören wolle. Schon wieder musste er lachen, die Soldaten fanden das aber nicht besonders komisch. Er wurde also festgenommen und haben ihn zu ihrem Revier gebracht. Mein Ratsuchender wollte wissen, was er den getan hätte. Man beschuldigte ihn, mit gesuchten Untergrundkämpfern zu arbeiten. Mein Ratsuchender fiel aus allen Wolken und sagte, dass er noch nie im Leben Kontakte zu solchen hatte. Daraufhin zeigten die Soldaten ihm Fotos von den Untergrundkämpfern. Mein Ratsuchender war geschockt, den die Fotos zeigten die netten mildtätigen neuen Bekannten von ihm. Die Soldaten sagten, dass man bei diesen seinen Pass gefunden habe, als man eine Hausdurchsuchung bei denen gemacht hatte. Meinem Ratsuchenden ist es garnicht aufgefallen, dass dieser weg war. Die Soldaten forderten ihn auf, Angaben über den Verbleib seiner Bekannten zu machen. Mein Ratsuchender erklärte, wie diese Bekanntschaft zustande kam und wie sich das freundschaftliche Verhältnis zu diesen entwickelte. Es kamen dann noch mehr Soldaten in den Raum, um ihn zu befragen.

Schliesslich glaubten sie ihm so einigermassen, wollten aber trotzdem immer wieder wissen, wo diese sich den Aufhalten würden. Mein Ratsuchender sagte, er wüsste es wirklich nicht und er hätte nur eine Möglichkeit, diese Fragen eventuell beantworten zu können, nämlich wenn er Karten legen würde. Die Soldaten fragten ihn daraufhin, ob er sich lustig über sie machen wollte, denn sie sind ja nicht im Kindergarten.

Mein Ratsuchender erzählte daraufhin über Erkenntnisse, die man im "esoterischen" gewinnen könne, z. B. durch Kartenlegen, wo man schon sehen kann, wo jemand ist. Ausserdem wären seine Karten in seiner Unterkunft. Der Gesichtsausdruck der Soldaten kann hier nicht weiter beschrieben werden. Aber nach langem Hin und Her haben sie doch tatsächlich meinen Ratsuchenden in seine Behausung gefahren.

Mein Ratsuchender fand schon das dies eine Bereicherung für jeden Esoteriker ist.

Die Soldaten haben sich tatsächlich die Karten auf den Verbleib der Untergrundkämpfer legen lassen. Mein Ratsuchender beschrieb den Aufenthaltsort wie folgt: Die Gesuchten sind in der Öffentlichkeit auf einem Fest. Ja, toll und wo? Tja, Indien ist gross, die Soldaten waren über soviel Kartenlegen nicht überzeugt, weil sie ja keine Adresse erhalten haben. Mein Ratsuchender sagte, es gäbe noch eine Möglichkeit. Die Soldaten fragten, welche das wäre. Mein Ratsuchender sagte er kenne einen Kartenleger in Deutschland, den man kostenpflichtig anrufen kann und vielleicht sehen kann, wo genau die Untergrundkämpfer in Indien wären.

Daraufhin verabschiedeten sich die Soldaten recht bald, nicht ohne ihm einen weiteren Arztbesuch zu empfehlen. Als der Ausgewanderte mal wieder in seinem Heimatland war, rief er bei mir an und erzählte mir diese Geschichte und fragte, warum er immer wieder in solche Situationen gerät.
Herzlichst,
Ihr Angelo


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